Das Vaterunser – das wichtigste Gebet des Christentums
Das Vaterunser ist das zentrale und älteste Gebet der Christen, das der Überlieferung nach von Jesus Christus selbst gelehrt wurde. Es wird auch als „Gebet der Gebete“ oder das „Gebet des Herrn“ bezeichnet. Jesus Christus selbst hat es seinen Jüngern beigebracht – und zwar als einziges Gebet, dass er sie lehrte.
Es verbindet Bitten um Gottes Wirken mit der Bitte um tägliche Versorgung und Vergebung. Es ist Bestandteil der Bergpredigt und wird konfessionsübergreifend weltweit gebetet.
Der Aufbau des Vaterunsers erinnert an die zehn Gebote: Zunächst geht es um das Verhältnis zwischen Mensch und Gott, dann um die zwischenmenschlichen Beziehungen. Die ersten drei Vaterunser-Bitten sind auf die Verherrlichung Gottes gerichtet. Nachgeordnet sind die persönlichen Belange und Bedürfnisse des Beters.
Jesus spricht Gott mit dem aramäischen Wort „Abba“ an, was so viel wie „Vater“ bedeutet. Diese sehr persönliche Anrede zeigt: Auch wir sind Gottes Kinder. Gott sorgt für uns und tritt in Kontakt mit uns.
Aramäisch ist eine semitische Sprache, die ursprünglich im Alten Orient gesprochen wurde und zur Zeit von Jesus Christus weit verbreitet war. Heute wird sie unter anderem noch von kleinen Gemeinschaften in Syrien, im Irak oder in der Türkei gesprochen.
Das Vaterunser verbindet die weltweite Christenheit und ist in viele Sprachen übersetzt. In jedem Gottesdienst wird es gesprochen und dazu läuten gleichzeitig die Glocken. So können alle, die nicht beim Gottesdienst sein können aber die Glocke hören, mitbeten.
Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.
Matthäus Evangelium 6,9-13
Quelle: EKD
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